Von der Bergstraße zum Odenwald und zurück. {Wanderzeit}

Bei meinen Recherchen zu Rundwanderwegen im Odenwald fand ich hier die Beschreibung für zwei Rundwanderwege, die durch das Felsenmeer beziehungsweise in der Nähe desselben verlaufen. Den etwa zehn Kilometer langen, direkt am Felsenmeer vorbeiführenden Rundwanderweg (Markierung L1) gingen wir letzthin ja schon. Am vergangenen Sonntag war dann der Rundweg mit der Kennzeichnung L2 dran. Weil ich ja ein bisschen „trainieren“ möchte für den Wanderurlaub in Kärnten im Mai, war die aktuelle Wanderung ein paar Kilometer länger. Und ich muss sagen, ich habe das gut geschafft. Dafür, dass ich zwar eine „Täglich-mehrere-Kilometer-Gassigängerin“ bin, aber ansonsten eher untrainiert. Bei Kilometer 4 hatte ich einen ziemlichen Durchhänger und der Mann fürchtete schon, wieder umkehren zu müssen. Aber ich habe mich nicht hängenlassen, lief etwas langsamer, freute mich an der Landschaft und dem tollen Wetter, sang ein bisschen vor mich hin und nach einer Viertelstunde lief es wieder.

Gerne nehme ich Sie mit auf diesen herrlich-schönen Weg durch Wald und Wiesen, der unterwegs traumhafte Ausblicke bietet. Auf geht’s!

Falls Sie es nicht so mit dem Wandern haben, aber an Anregungen für einen schönen Ausflug interessiert sind, dann dürfen Sie auch gerne einfach nur Bilder angucken: Klicker zu flickr.

Wie schon der erste Weg bietet auch der Rundwanderweg L2 verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Vorgeschlagen wird, die Tour am Waldgasthaus Borstein zu beginnen. Nach einem Blick auf das Höhenprofil entschieden wir uns jedoch dafür, am Auerbacher Schloss loszulaufen. Denn wenn man am Borstein losgeht, befindet man sich ziemlich nah am höchsten Punkt, läuft also zu Beginn der Tour stets bergab und hat dann auf den letzten vier Kilometern Wanderung, wenn man schon etwa 10 Kilometer hinter sich hat, gefühlt alle Höhenmeter der Tour vor sich. Fanden wir für uns nicht so ideal, wir haben es lieber ein wenig moderater und die Höhenmeter ein bisschen verteilt. Deshalb starteten wir wie erwähnt am Auerbacher Schloss.

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Natürlich nicht, ohne vorher einen kurzen Rundgang durch das Bauwerk gemacht zu haben. Leider wird zurzeit an Turm und Burgmauer renoviert, so dass der Übergang zu einem der Türme leider gesperrt ist. Aber Aussicht gibt es natürlich trotzdem!

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Wir waren sehr froh, dass wir so früh dort waren. Denn als wir gegen 11 Uhr wieder vor das Schlosstor traten, kam uns schon die erste größere Besuchergruppe entgegen. Der Strom der Touristen reißt dann über den ganzen Tag nicht ab. Wenn Sie es also auch gerne etwas stiller und weniger wuselig mögen, empfehle ich den Aufstieg zum Schloss, das eigentlich eine Burg ist. Informationen zum Schloss Auerbach finden Sie hier: Klick! Und auch hier: Klick!

So, jetzt ging es aber wirklich los! Zunächst bergab nach Bensheim-Auerbach, dort ein kleines Stück durch die Straßen mit entzückenden (Fachwerk)Häusern, hin zum Fürstenlager.

Auf dem von uns gewählten Rundweg führt jedoch nur ein kleines Stück des Weges durch diesen Staatspark. Das ist auch völlig in Ordnung so, denn für das Fürstenlager sollte man sich meines Erachtens ein bisschen Zeit nehmen. 46 ha sind viel Fläche und es gibt einiges zu entdecken und bestaunen. Mammutbäume zum Beispiel. Von daher steht schon fest, dass uns einer der nächsten Ausflüge nochmals nach Bensheim führen und allein der Erkundung des Parks sowie der Einkehr in den dazugehörigen „Landgasthof Fürstenlager“ dienen wird. Es gibt Kochkäs‘, Baby! Und Schnitzel! Leider nicht in Kombination.

Über die Apfelbaumwiese des Fürstenlagers ging es wieder in den Wald. Jetzt stetig, aber moderat bergan.

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Immer wieder bieten sich schöne Aussichten. Und sei es nur der immer grüner werdende Wald. Herrlich!

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Der Rundwanderweg führt durch den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Und wie eingangs erwähnt in Richtung des Felsenmeeres, über den Felsberg. Wobei man den Hauptteil des Felsenmeers nicht erreicht; der L2 biegt vorher ab. Direkt vorbei kommt man jedoch am Teufelsstein mit dem Ehrenmal des Odenwaldklubs. Das hatten wir letzte Woche noch ausgelassen. Heute sehen Sie also mehr als nur einen Wegweiser (wie noch letztes Mal).

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Kurze Pause, sich sammeln, Kraft tanken durch ein Stück Schokolade, denn den höchsten Punkt hatten wir immer noch nicht erreicht. Aber dann, so ca. zwischen Kilometer 8 und 9, war es soweit und ich jubilierte ein bisschen, denn zum einen hat man den größten Teil geschafft, es geht wieder bergrunter und als wir kurz darauf aus dem Wald herauskamen, hatten wir unser Ziel schon vor Augen. Also allen Jubiliergrund.

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Aber noch lagen ein paar Kilometer vor uns. Die uns zunächst hinab führten nach Balkhausen, das ganz furchtbar idyllisch in einer Senke liegt – umrahmt von ganz viel Gegend. Ich kam aus dem „Ach was ist das hier schön“-Gerufe gar nicht mehr heraus!

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So positiv bestärkt und von der Natur fasziniert waren die letzten 2,7 Kilometer, leicht bergan, ein Klacks. Wehe Füße mit beginnenden Blasen an den großen Fußzehen mal verschwiegen. Aber ich musste die nagelneuen Trekkingschuhe ja unbedingt anziehen. Meine Wanderstiefel wären mir aber für diese Wanderung auch eindeutig zu schwer gewesen. Zumal ein festerer Trekkingschuh für die beschriebene Rundtour meiner Meinung nach ausreichend ist. Außerdem sind die Neuen jetzt wenigstens richtig eingelaufen. Und die leichten Blasen mittlerweile schon wieder verheilt.

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Ausgepowert, aber sehr zufrieden und glücklich kamen wir am Parkplatz unterhalb des Schlosses an.

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Hilfreiches.

  • Wenn Sie sich diese Tour etwas genauer angucken möchten, dann können Sie das bei outdooractive machen. Inklusive Details wie Höhenmeter usw.
  • Es sind auf Teilen dieser Strecke nicht nur Wanderer und Spaziergänger unterwegs. Auch Mountainbiker schätzen das Gelände des Geo-Naturparks Odenwald-Bergstraße. Gegenseitige Rücksichtnahme und ein freundlicher Gruß erleichtern die gemeinsame Nutzung der Wege aber ungemein!
    Erfreulich an diesem Tag: Der überwiegende Teil der Mountainbiker, die uns über den Tag begegneten, grüßte freundlich und gab Laut, sobald er sich von hinten näherte.
  • Ausrüstung.
    • Feste, aber relativ leichte Trekkingschuhe von Killtec – neu, also sehr neu (zwei Tage vorher erstanden), aber sehr bequem und jetzt auch eingelaufen. Meine Meindl-Lederstiefel sind dann wieder im Mai in Kärnten im Einsatz.
    • Die Oberkörperbekleidung war auch dieses Mal wieder mein Problem. An der Stelle, an der der Rucksack (trotz Luftzirkulationspolsterung oder sowas) am Rücken aufliegt, war mein Polohemd klatschnass. Dank eines Unterhemdes, das ich mir vor Jahren mal beim Ernstings gekauft hatte, hielt sich die Feuchtigkeit am Körper aber in Grenzen.
      Merker 1: Gucken, ob es Hemdchen dieser Art beim Ernstings noch gibt und am besten einen 10er Pack kaufen.
      Merker 2: Endlich gescheite und vor allem passende Poloshirts aus der Kategorie „Functionwear“ kaufen. Jedoch lieber nicht in der Damenabteilung: Hier ist meistens alles tailliert und sieht auch nicht vor, dass frau mehr hat als Körbchengröße 70 B – diese Kombination steht somit im Widerspruch zu meiner Figur. Oder es ist angeblich für die Größen 42 – 48 gedacht; man sieht aber mit Größe 42 schon aus wie in die Wursthaut gequetscht. Wenn es dann doch etwas Passendes gibt, hat es einen Preis, den ich zu bezahlen mich nicht in der Lage sehe. Deshalb also Herrenabteilung: Nix tailliert, mit entsprechender Brustweite ausgestattet und sitzt luftig und locker-bequem. Hier sollte auch in bezahlbaren Preisklassen etwas zu finden sein.
    • Zu meiner großen Freude komme ich mit meinen Wanderhosen bestens zurecht. Hurra!

Fazit. Auch 14 km sind für mich zu schaffen. Ich hätte glatt noch ein kleines bisschen weiter laufen können. Eine tolle, abwechslungsreiche Rundwanderung, die vom Odenwaldklub wie immer vorbildlich markiert ist. Wunderschöne Waldstücke, großartige Ausblicke bis weit in die Rhein-Main-Neckar-Region, idyllische Orte – absolut empfehlenswert!

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