Am Felsenmeer im Odenwald. {Wanderzeit}

Ich liebe den Odenwald. Eine Kindheitsprägung, vermute ich. Denn heute kommt es mir so vor, als wäre ich in meiner Kindheit jeden Sonntag mit meinen Eltern und/oder Großeltern auf einem Ausflug im Odenwald gewesen. Natürlich waren wir nicht jeden Sonntag dort. Wir waren sicher auch mal woanders. Im Spessart zum Beispiel. Oder in der Rhön. Eher selten jedoch im Taunus. Den einen oder anderen Sonntag waren wir auch einfach nur zuhause. Am besten erinnere ich mich aber eben an die Ausflüge in und die Rundfahrten durch den Odenwald. Zum Beispiel diverse Besichtigungen des Erbacher Schlosses oder Wildschweine füttern im Tierpark des Englischen Gartens in Eulbach oder eben im Felsenmeer rumtoben. Und zum Abschluss gefühlt jedes Ausflugs gab es Kaffee und Kuchen im Café Stein in Hiltersklingen.

So! Genau so kenne ich das auch noch!

So! Genau so kenne ich das noch!

Ich aß immer (immer!) ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte (im Odenwald, hahaha) und meine Mama hat gefühlt bei jedem Besuch ein Likörchen mit Pflaume zu sich genommen. (Keine Angst, mein Papa ist gefahren.) Vielleicht erinnert sich das ein oder andere Kind der 70er Jahre ja auch noch daran: Pflaumen in Armagnac. In kleinen Schnapsgläschen mit weißem Deckel. Die Gläschen habe ich heute noch. Und kaufen kann man das Zeug wohl auch immer noch. Hier!

So, jetzt wissen Sie, woher meine Liebe zum Odenwald kommt. Deshalb und auch weil der letzte Beitrag zum Felsenmeer von vor zwei Jahren in diesem Blog mit einer der beliebtesten Artikel aller Zeiten ist, bin ich sehr gerne am letzten Sonntag wieder dorthin gefahren. Denn Sie möchten ja sicher auch aktuelle Informationen und Bilder. Wobei es zu den grundsätzlichen Fakten wie Entstehung, Geschichte und Felsen an sich natürlich eher wenig Updates gibt. Hier empfehle ich Ihnen auch lieber das Felsenmeer-Infozentrum. Die Leute dort können Ihnen das mit der Entstehung und Geologie und so weiter viel besser erklären als ich. Wobei mir persönlich die Sage mit den beiden Riesen und ihrem „Krieg der Steine“ viel besser gefällt!

Ich kann Sie aber mitnehmen auf einen Rundwanderweg, der auf einer Länge von knapp zehn Kilometern in und um das Felsenmeer führt. Los geht’s!

Gestartet sind wir am Waldparkplatz „An den Römersteinen“ bei Beedenkirchen. Direkt dort kann man in den Rundwanderweg mit der Kennzeichnung L1 „einsteigen“. Weitere Startmöglichkeiten wären zum Beispiel die „Kuralpe“ oder die Parkplätze am Felsenmeer-Infozentrum oder oberhalb des Felsenmeers (Restaurant „Adas Buka“) gewesen. Wir aber starteten wie gesagt „An den Römersteinen“. Gleich an unserem Startpunkt kann man schon ahnen, warum der Felsberg so heißt, wie er heißt.

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Man muss dann nicht lange laufen, um am berühmtesten Stück des Felsenmeers anzukommen.

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Wir aber gingen weiter. Steineklettern ist nicht mehr so meins. Immer der Nase nach und der Wegmarkierung „L1“ folgend. An dieser Stelle ein großes Lob an den Odenwaldklub e. V., der sich unter anderem um die Pflege der Wanderwege und Wegmarkierungen kümmert. Vielen Dank dafür! Wir wanderten und wanderten. Bis ein kleiner Buckel und ein paar Stufen, die hinauf führten, meine Aufmerksamkeit fanden. Zum Glück! Denn so entdeckte ich ein lauschiges Plätzchen, etwas oberhalb des Weges, für eine kleine Rast. Wie es sich für das Wandern gehört mit Käse, Kaminwurzen und ein bisschen Obst und Schokolade. Alles mit dem selben Taschenmesser geschnitten. Das muss so beim Wandern. Also alles bis auf die Schokolade.

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Frisch gestärkt konnten wir den Rest des Weges antreten. Der uns ja in einer Runde zurück zum Ausgangspunkt führte. Somit auch wieder durch den „Hauptteil“ des Felsenmeers. Und da gebe ich Ihnen einen Tipp: Fahren Sie nicht am letzten Sonntag der (Oster)Ferien hin. Herrje… Ein Gewusel und ein Krach. Ich war sehr froh, diesen Teil schnell hinter mir lassen zu können. Ich hoffe sehr, dass das nicht jeden Sonntag so ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur alters-exzentrisch und kann mit Gekreisch und Lautstärke nicht mehr so viel anfangen. Egal. Fahren Sie am besten selbst mal hin, machen Sie sich ein Bild und erzählen Sie mir gerne, wie laut und voll es dann war.

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Und an dieser Stelle lasse ich Ihnen den Link zum Fotoalbum da, sonst sprengt das hier den Bilderrahmen. Klick, klick, klick!

Zurück am Startpunkt, musste ich erstmal die Oberbekleidung wechseln. Irgendwie habe ich noch nicht wirklich die passende Wanderkleidung für mich gefunden. Hosen sind kein Problem, aber Oberteile… ein schwieriges Thema. Funktionskleidung macht bei mir scheinbar nicht das, was sie tun soll. Feuchtigkeit nach außen transportieren, keine Feuchtigkeit reinlassen. Luft aber schon. Funktioniert bei mir nicht. Warum ich dann trotz moderner „Function Wear“ nach jeder Wanderung im eigenen Saft stehe, müsste mir mal jemand Fachkundiges erklären.

Und dann hatten wir Hunger. Die einen fahren in die Traube nach Tonbach. Wir fuhren in die Traube nach Reichenbach. Und was isst man im Odenwald? Genau. Odenwälder Kochkäs‘-Schnitzel!

 IMG_8873(Ästhetische Food-Fotografie geht anders. Aber geschmeckt hat es!)

Dazu ein verdientes Belohnungsbier und der perfekte Wandertag fand seinen krönenden Abschluss.

20150412_Lohn

Fazit. Nix Odenwaldhölle (gugeln Sie das gerne mal). Odenwaldliebe! Ganz große!
Wandern ist entspannend, macht ruhig, gelassen, dankbar und demütig.
Fotografieren auch. Muss nur noch der Mann dazu gebracht werden, währenddessen entspannt zu warten.
Funktionskleidung (hier: Oberteile) funktioniert bei mir nicht. Im Gasthaus Zur Traube in Reichenbach lieber eine kleine Portion bestellen.
Ein rundum perfekter Sonntagsausflug und Wandertag!

PS: Die nächste Wanderung ist schon in Planung. Gestartet wird auch im Odenwald. Aber dann geht es Richtung Bergstraße. Ich sag‘ nur: Geschichte! Auerbacher Schloss! Fürstenlager!

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