Neue Traditionen.

Wir sind eine Patchwork-Familie. Der Mann hat drei Kinder (30, 2 x 28) und ich habe eines (19). Gemeinsam haben wir keine Kinder. Dafür jetzt das erste Enkelkind. Alle unsere vier Kinder haben Partner bzw. Partnerinnen. Die wiederum haben auch Eltern. Und zum Teil noch Großeltern. Nicht zu vergessen die Mutter der drei ältesten Kinder. Die wiederum hat einen neuen Mann. Der hat auch erwachsene Kinder. Von einer anderen Frau… Man könnte das unendlich fortsetzen. Stellen Sie es sich einfach bildlich vor. Auf jeden Fall sind wir viele. Und bevor ich mich jetzt in diesem, unserem, Familiengestrüpp verliere, komme ich zum eigentlichen Punkt: Weihnachten. Da möchte eigentlich jeder, dass seine Kinder bei ihm sind. Also vielleicht nicht jeder, aber doch die meisten Menschen wünschen sich das. Zumindest in dem Kreis, in dem ich mich bewege. Ich finde das auch schön. Und wenn man keine so große Familie ist, wie wir das jetzt halt nun mal sind, ist das ja auch noch einigermaßen machbar. Aber bei unserer Patchwork-Konstellation eben etwas schwierig. Und furchtbar anstrengend für alle: Drei Tage und unzählige Besuchswünsche die erfüllt werden sollen. Entschuldigung, aber das ist doch stressfrei gar nicht zu bewerkstelligen. Selbst mit einem gescheiten Zeitmanagement, perfektem Timing, quasi minutengenauer Echtzeitplanung, rennt man von einem Elternteil zum nächsten Elternteil, zu den Großeltern, vielleicht noch zu den Geschwistern, vielleicht noch zu Weihnachts-Geburtstagskindern und so weiter und so weiter. Entsetzlich! Wo bleibt man denn da selbst? Wo es doch eine so besinnliche, stade Zeit sein soll? Letztendlich bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, wie er das für sich löst. Ob er einfach sagt, er bleibt die drei Tage bei sich zuhause und feiert ganz für sich. Oder lädt seine und die Eltern des Partners ein. Und vielleicht noch die Geschwister. Oder eben von Christbaum zu Christbaum rennt.

Ich jedenfalls möchte diesen Stress nicht. Und ich möchte das auch niemand anderem zumuten. Denn auch wir hatten – seit der Mann und ich zusammen sind – das eine oder andere Mal diese Weihnachtsfeierhetzerei. Mit der letztendlich keiner so richtig zufrieden und glücklich war. Und so haben wir vor ein paar Jahren für unseren Teil der Familie die perfekte Lösung gefunden: Weihnachten am 4. Advent!

Wie muss man sich das jetzt vorstellen? Wir treffen uns am vierten Advent mit allen Kindern entweder bei uns daheim oder bei einem der Kinder*. Der Baum ist bereits geschmückt, es gibt eine lange Tafel, leckeres Essen, das aber von Jahr zu Jahr variieren kann, feine Getränke und gute Gespräche. Es wird viel gelacht, in diesem Jahr auch ein ganz kleines bisschen geweint. Doch es waren Freuden- und Dankbarkeitstränen, denn letztendlich ist doch alles gut. Es gibt auch ein paar kleine Geschenke. Aber wichtiger ist uns die gemeinsame Zeit. Und Gesundheit. So kam es also auch am letzten Sonntag zu unserer noch jungen, aber schon festen Familientradition. Dieses Jahr feierten wir bei uns. Denn endlich haben wir a) wieder eine richtige Wohnung und b) zwar nicht mehr Quadratmeter, aber dank kluger Planung mehr Platz als vorher. Das muss genutzt und auch endlich mal eingeweiht werden. Alle Zehn konnten wir ohne großartige Umräumarbeiten an der langen Tafel sitzen. Und man konnte sich trotzdem noch in der Küche um die eigene Achse drehen. Was vorher undenkbar war. Herrlich!

Nach der köstlichen Raclette-Schlemmerei 

Das große Fressen…

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dann gemütliches Beisammensein. Ganz so, wie man sich das für Weihnachten wünscht. Nur eben schon am 4. Advent. Aber das ist ja ganz kurz davor. Für uns persönlich eine gute und stressfreie Lösung. Die alle Beteiligten sehr zu schätzen wissen und genießen.

Am Ende dieses wunderschönen Abends dann noch ein bisschen „Spurenbeseitigung“ und ein wohlverdientes Feierabendbier.

Feierabendbier. Quasi. Ein großartiger Tag und noch großartigerer Abend ist zu Ende. Schön war er, unser 4. Advent 2014.

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Es war großartig! Ich hoffe sehr, dass diese Tradition noch lange Bestand hat.
Und wie wir die drei Weihnachtstage verbringen, erzähle ich ein anderes Mal.

*Letztes Jahr waren wir alle bei der Tochter des Mannes. Alle Kinder mit Partnern und Partnerinnen. Die Mutter unseres Schwiegersohnes. Und die Mutter der drei großen Kinder. Mit ihrem Mann. Auch das war trotz der „vielen“ Leute eine herrlich entspannte Feierei und Schlemmerei. Es gab irgendeinen mit Maronen und Zimt gefüllten Braten.

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